Die Ausbildung im höheren feuerwehrtechnischen Dienst

Wissenswertes rund um Deine Ausbildung: Höherer Dienst der Feuerwehr.
Du hast große Ambitionen und möchtest die Spitze der Karriereleiter bei der Feuerwehr erreichen? Dann lies dir die folgenden Informationen ganz besonders gut durch, denn wir verraten dir an dieser Stelle alle wichtigen Details über die Ausbildung im höheren feuerwehrtechnischen Dienst. Natürlich erfährst Du alles über das Gehalt im höheren Dienst der Feuerwehr, aber auch wie Du an Stellen kommst, wie Deine Feuerwehr Ausbildung im höheren Dienst genau aussieht und wie Du dich am besten bewirbst. Am Ende bist Du sicher gewappnet für Deine Lehre bei der Berufsfeuerwehr und einen neuen Berufsalltag!

Was ist der höhere feuerwehrtechnische Dienst?

Als Beamter bei der Berufsfeuerwehr stehen dir grundsätzlich drei Laufbahnen offen, der mittlere Dienst, der gehobene Dienst und der höhere feuerwehr technische Dienst.

Im höheren Dienst der Feuerwehr besetzt Du nach deiner Ausbildung die Spitzenämter. Während deiner Ausbildung bekleidest Du das Amt des Brandreferendars. Deine Laufbahn startest Du als Brandrat und kannst bei entsprechenden Leistungen und Fortbildungen bis zum leitenden Branddirektor aufsteigen. Du übernimmst herausgehobene, leitende Positionen in Einsätzen oder in Einsatzabschnitten bei besonderen Einsatzstellen. Zudem wirst Du in Führungsstäben und der technischen Einsatzleitung eingesetzt.
Darüber hinaus wirst Du einen Fachbereich, eine Direktion oder sogar eine ganze Feuerwache leiten. Das bedeutet jede Menge Verantwortung für dich. Die Personalführung und -entwicklung, die Konzeption von Feuerwehrtechnik, organisatorisches sowie die Finanzen und die Vorgaben im vorliegenden Gefahren- und Brandschutz fallen in deine Hände. Du koordinierst einzelne Abteilungen, erstellst Einsatzpläne und vertrittst die Feuerwehr in der Öffentlichkeit oder in politischen Gremien. Je nach Branche kann es auch zu Deinen Aufgaben gehören, die Dienstaufsicht über die Feuerwehren auszuüben.

Typische Einsatzbereiche für Beamte im höheren feuerwehrtechnischen Dienst sind Berufsfeuerwehren, Feuerwehren der Bundeswehr, Feuerwehrschulen, Länderverwaltungen und andere Einrichtungen des Feuerwehrwesens.

Zugangsmöglichkeiten und Voraussetzungen für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst

Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind in den Verordnungen der Bundesländer geregelt und deutschlandweit nicht einheitlich. In der Regel setzen alle drei Laufbahnen bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, bzw. einen akademischen Titel voraus, um anschließend darauf aufzubauen. Was dich bei der Feuerwehr im höheren Dienst an Einstellungsvoraussetzungen erwartet, wird nochmal in einem separaten Artikel aufgeschlüsselt. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass Du einen Masterabschluss in einem für den höheren Dienst geeigneten Studiengang erworben haben musst. In unserem Artikel zu den Zugangsbedingungen erklären wir dir, was das genau bedeutet. So viel sei schon einmal gesagt: Geisteswissenschaften oder Kulturanthropologie bringt dich an dieser Stelle Deinem Traum leider nicht näher. Mit einem technikbasierten Studiengang bist Du aber schon auf dem richtigen Weg.

Wie läuft die Ausbildung zum Branddirektor bzw. Brandrat ab?

Auch die Ausbildung zum Branddirektor gestaltet sich in den einzelnen Bundesländern nicht komplett gleich. Im Schnitt dauert sie jedoch 2 Jahre und ist im Kern ungefähr so aufgebaut, wie dir folgendes Beispiel beschreibt:

Du beginnst Deine Laufbahn mit einem einwöchigen Einführungsseminar an einem Institut der Feuerwehr. Hier wirst Du auf die Inhalte der zweijährigen Lehre vorbereitet und in den Ablauf eingeführt.

Nachwuchskräfte für den höheren Dienst der Feuerwehr

  • Inhalte, Ziele, Aufbau des Vorbereitungsdienstes
  • Aufgaben, Pflichten, Rechtsstellung des Beamten
  • Aufbau der Organisation des Feuerwehrwesens
  • Berufsbild und Selbstverständnis als Beamter der Feuerwehr
  • Informationen über die Organisation der kommunalen Verwaltung
  • Einführung in die Literatur zum Selbststudium

Anschließend gehst Du in deine Feuerwehrgrundausbildung bei einer Berufsfeuerwehr oder Freiwilligen Feuerwehr über. Diese dauert 25 Wochen. Sie soll dich befähigen, die Aufgaben eines Truppmanns oder Truppführers zu realisieren. Weiterhin soll der Dienstbetrieb auf einer Feuerwache kennengelernt werden. Im Selbststudium sollen zudem die Lehrinhalte der Grundausbildung und ihre künftige Verwendung im höheren feuerwehrtechnischen Dienst vertieft werden.

  • Grundausbildungslehrgang inkl. theoretischer Rettungssanitäterausbildung, sowie Erwerb des Sportabzeichens und des Rettungsschwimmabzeichens
  • Hospitation als Truppmann und Truppführer
  • Teilnahme am allgemeinen Dienstbetrieb der Feuerwache und am Brandsicherheitswachdienst
  • Erteilen von Fachunterricht in Lehrgängen und bei Wachfortbildungen
  • Information über die Organisation der Kommunalverwaltung

Danach folgt der neunwöchige Führungslehrgang I an einem Institut der Feuerwehr.
Hierdurch solltest Du später in der Lage sein, die Aufgaben eines Gruppen- und Zugführers in allen Einsatzbereichen wahrzunehmen.

  • Menschenführung im Einsatz
  • Einsatztaktiken
  • Rechtsgrundlagen und Organisation eines Einsatzes
  • Medizinische und dienstliche Aspekte der Gesundheitsvorsorge
  • Technik
  • Lernerfolgskontrollen

Die anschließenden 13 Wochen absolvierst Du dein Einsatzpraktikum I bei einer Berufsfeuerwehr oder der Freiwilligen Feuerwehr. An dieser Stelle lernst Du, deine theoretisch erworbenen Kenntnisse über die Aufgaben eines Gruppen- und Zugführers eigenständig anzuwenden. Darüber hinaus sollst Du hier die Arbeit in den Abteilungen und Sachgebieten kennenlernen. Es wird erwartet, dass Du die Inhalte im Selbststudium vertiefst.

  • Mitarbeit in den Abteilungen „Einsatzorganisation“ und „Technik“ sowie im Nachrichtenwesen
  • Hospitation in einer Leitstelle
  • Erfahrungen als Gruppen- und Zugführer im Einsatz- und Übungsdienst
  • Einarbeitung in die Organisation der Feuerwehr, inkl. des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes
  • Mitwirkung bei Beschaffungen und der Erstellung von Fahrzeugkonzepten und der Erstellung gemeindetätlicher Vorlagen
  • Teilnahme an Fahrzeug- und Geräteprüfungen sowie an Plan- und Einsatzübungen
  • Zusammenarbeit mit der Personalvertretung
  • Vertiefung der Kenntnisse der allgemeinen sowie Personalverwaltung

Jetzt wird es ernst, denn Deine erste Zugführerprüfung (Laufbahnprüfung Teil I) steht an!

Hast Du diese hinter dir gelassen, nimmst Du zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres 8 Wochen lang an dem Verwaltungslehrgang an einer Verwaltungsakademie teil. Dieser vermittelt detaillierte Rechtsgrundlagen für den Geltungsbereich eines Amts- oder Abteilungsleiters und erläutert deren Anwendung. Gleichzeitig wirst Du in die Betriebswirtschaftslehre eingeführt werden.

  • Beamtenrecht
  • Disziplinarrecht
  • Allgemeine Rechtslehre
  • Öffentliches Dienstrecht
  • Personalvertretungsrecht
  • Allgemeines Verwaltungsrecht
  • Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre
  • Brandschutzrecht inkl. Katastrophenschutz- und Rettungsdienstrecht
  • Haushaltsrecht
  • Ziviles Vertragswesen

Im Anschluss daran folgt gleich das nächste Verwaltungspraktikum an einer höheren oder obersten Aufsichtsbehörde für das Feuerwehrwesen. 9 Wochen wirst Du hiermit verbringen. In diesem Abschnitt sollst Du alle Arbeiten kennenlernen, die im Wesentlichen bei der Beaufsichtigung über das Feuerwehrwesen anfallen. Dir soll dabei auch insbesondere ein Aufschluss in den Arbeitsbereich anderer Einrichtungen und Behörden, wie zum Beispiel der Kriminalpolizei der der Gewerbeaufsicht, gewährt werden. Auch eine eventuelle Zusammenarbeit mit den eben genannten Verwaltungsorganen wird angestrebt.

  • Aufbau und Organisation der Landesverwaltung
  • Finanzierung des Feuerwehrwesens
  • Gesetze, Rechtsverordnungen, Verwaltungsvorschriften und Erlasse

Im Folgenden findet 4 Wochen lang der Führungslehrgang II an einer Landesfeuerwehrschule statt.
Dieser Lehrgang soll dich dazu befähigen, auch bei Großschadenslagen die Einsatzleitung zu übernehmen. Zudem erwirbst Du Kenntnisse, um nach deiner Ausbildung selber Ausbildungstätigkeiten ausüben zu können.

  • Grundlagen der Stabsarbeit
  • Methodik und Didaktik in der Erwachsenenbildung
  • Unterrichten
  • Stressvermeidung durch geeignete Ausbildung
  • Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz
  • Brandverhalten von Baustoffen und -teilen
  • Sonderbauvorschriften
  • Lernefolgskontrollen

Die darauffolgenden 14 Wochen verbringst Du bei einer Berufsfeuerwehr oder einer Freiwilligen Feuerwehr. Hier legst Du dein Einsatzpraktikum II ab. Nun wendest Du die soeben erworbenen Kenntnisse praktisch und eigenständig an. Du übst dich als Einsatzleiter in Einsätzen bis hin zur Großschadenslage und in der Ausbildung von Feuerwehrleuten. Außerdem musst Du in diesem Abschnitt eine Hausarbeit anfertigen.

  • Arbeit als Einsatzleiter und Direktionsdienst
  • Mitarbeit in der Abteilung „Vorbeugender Brandschutz“
  • Durchführen und Anlegen von Einsatz- und Planübungen
  • Erteilen von Fachunterricht
  • Planung und Organisation von Fortbildungsveranstaltungen

Fast geschafft! Nun folgt der Führungslehrgang III an einer Landesfeuerwehrschule. 6 Wochen lang erhältst Du hier wichtige Informationen für deinen späteren Berufsalltag. Du erwirbst wesentliche Grundkenntnisse auf dem Gebiet der Personal- und Menschenführung.

  • Personalführung
  • Moderation und Verhandlung
  • Beurteilungswesen
  • Stressbewältigung
  • Zeit- und Selbstmanagement
  • Suchtbewältigung
  • Qualitätsmanagement
  • Lernerfolgskontrollen

Deine letzten 5 Wochen der Ausbildung im höheren Dienst der Feuerwehr verbringst Du in einem Wahlpraktikum bei einer Feuerwehr, einer Behörde, einer Werkfeuerwehr, einem Wirtschaftsunternehmen oder einer Landesfeuerwehrschule. Teilweise hast Du sogar die Möglichkeit, dieses im Ausland zu absolvieren.
Du erhältst die Gelegenheit sämtliche deiner theoretisch erworbenen Kenntnisse nun in der Praxis anzuwenden.

Zu guter Letzt steht die Laufbahnprüfung (Teil II) an. Bestehst Du diese, hast Du es geschafft und bist nun bereit, Brandrat oder sogar Branddirektor zu werden.

Finanzielle Perspektiven, Besoldungsstufen und Gehalt im höheren feuerwehrtechnischen Dienst

Wie auch in dem mittleren und gehobenen Dienst, ist die Besoldung im höheren Dienst der Feuerwehr im Besoldungsgesetz der Länder festgehalten und bundesweit nicht einheitlich. Daher sind die folgenden Zahlen unbedingt als Richtwert zu verstehen und von Bundesland zu Bundesland voneinander abweichend. Auch durch Familienzuschlag, Zulagen und sonstige Vergütungen kann Dein tatsächliches späteres Gehalt von den genannten Beträgen abweichen. Auch mit den fortschreitenden Amtsjahren steigt Dein Gehalt aufgrund verschiedener Besoldungsstufen.

Nach deinem Vorbereitungsdienst wirst Du als Brandrat zunächst die Besoldung A13 zugewiesen. Das bedeutet ein ungefähres Brandrat Gehalft von 3.551 Euro brutto bis zu 4.618 Euro brutto für dich.

Erklimmst Du die Karriereleiter um eine Stufe und wirst Brandoberrat, der in einigen Bundesländern auch Oberbrandrat genannt wird, zählst Du zur Besoldungsgruppe A14. Je nach Amtszeit kannst Du hier einen Verdienst zwischen 3.738 Euro brutto und 5.106 Euro brutto erwarten.

Auf der nächsten Stufe ergibt sich Dein Branddirektor Gehalt aus der Gruppe A15. Angepasst an die verantwortungsvollen Aufgaben als Branddirektor erwartet dich hier ein Gehalt von 4.586 Euro brutto bis zu 5.778 Euro brutto.

An der Spitze des höheren Dienstes darfst Du dich nun leitender Branddirektor nennen. Als leitender Branddirektor ist Deine Besoldung durch die Gruppe A16 geregelt. 5.065 Euro brutto sind hier mit der geringsten Erfahrungsstufe zu erwarten. Mit steigenden Amtsjahren kannst Du in der Stufe 8 sogar mit einem Gehalt als leitender Branddirektor von 6.438 Euro brutto rechnen + Zulagen.

Wie finde ich Stellen im höheren feuerwehrtechnischen Dienst?

Stellenausschreibungen zum Brandrat oder für eine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr findest Du ganz leicht im Internet. Die jeweiligen Internetseiten der Stadtverwaltungen oder gar der Feuerwehren informieren dich über Bewerbungsverfahren, Termine und Abgabefristen. Natürlich kannst Du dich aber auch telefonisch erkundigen oder beispielsweise einen Tag der offenen Tür bei der Berufsfeuerwehr wahrnehmen. Die Beamten und Verwaltungsangestellten werden dir sicherlich gern mit Rat und Tat zur Seite stehen oder dich an die entsprechende Stelle verweisen. Auch bei der Bundesagentur für Arbeit oder dem Berufsinformationscenter wird man dir sicherlich mit deiner Bewerbung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst weiterhelfen können.
Wichtig ist dabei, dass Du dich möglichst rechtzeitig um Deine Bewerbungsunterlagen kümmerst, wenn Du an einer Ausbildung bei der Feuerwehr interessiert bist. In der Regel werden die Stellen nur einmal pro Jahr angeboten, sodass Du bei Verstreichen der Frist eine ziemlich lange Wartezeit vor dir hast.

Jetzt auf den Einstellungstest vorbereiten!

 

Die unten stehenden Videos erläutern kurz den Unterschied zwischen dem gehobenen und dem höheren Dienst.

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