Voraussetzungen und Bewerbung bei der Berufsfeuerwehr

Du bist dir sicher, dass Der Job bei der Feuerwehr genau das Richtige für Dich ist, und möchtest Dich nun bei der Feuerwehr bewerben? Dabei fragst Du Dich, welche Laufbahn Du einschlagen sollst und wie die Feuerwehr Bewerbung überhaupt aussieht? Bei der Vielzahl an Möglichkeiten, die Dir die Berufsfeuerwehren verschiedener Bundesländer bieten, fühlt man sich von der Informationsfülle schnell erschlagen.
In diesem Artikel verraten wir Dir deshalb in Kürze, welche Qualifikationen nötig sind, um Deinen Traumjob zu erreichen und geben Dir Tipps für Deine Bewerbung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau.

Voraussetzungen für die Feuerwehr Ausbildung

Zunächst ist es sicherlich wichtig zu schauen, welche Qualifikationen Du überhaupt mitbringst und welche Du noch erwerben musst, um Deinem Ziel näher zukommen. Im Folgenden bieten wir Dir daher eine übersichtliche beispielhafte Auflistung der Einstellungsvoraussetzungen für das Land Berlin. Da das Feuerwehrwesen in Deutschland keine Angelegenheit des Bundes sind, sondern den jeweiligen Landesbehörden unterstellt ist, sind die Anforderungen der Feuerwehr exemplarisch zu verstehen. Wie Du herausfindest, wie die Voraussetzungen der Berufsfeuerwehr Deines Landes genau aussehen, verraten wir Dir am Ende dieses Artikels.

Allgemeine Feuerwehr-Vorraussetzungen

Egal, welchen Weg Du später auch einschlägst, ein paar Faktoren sind für jede Feuerwehrlaufbahn grundlegend und unerlässlich.

Da wären zunächst die formalen „Feuerwehrmann-Voraussetzungen“

  • Du musst Deutsche oder Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder aber Staatsangehörige bzw. Staatsangehöriger eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union sein.
  • Du trittst jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Verfassung von Berlin ein. Das bedeutet, dass Du Dich keiner verfassungsfeindlichen Gruppierung angeschlossen hast oder die politischen Grundprinzipien und Wertvorstellungen ablehnst.
  • Du bist charakterlich für den Dienst in der Feuerwehr geeignet. Dies wird anhand eines persönlichen Gespräches im Zuge Deines Einstellungstests überprüft.
  • Du besitzt ein Schwimmabzeichen der Kategorie Silber, das nicht älter als zwei Jahre ist.
  • Du bist im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse 3 bzw. B. Hier gibt es jedoch in Berlin und einigen anderen Bundesländern eine Ausnahme, die sogenannte Stufenausbildung, die wir Dir im Laufe des Artikels vorstellen werden. Hier weichen die Anforderungen der Berufsfeuerwehr etwas ab.
  • Du bestehst den schriftlichen, sportlichen und mündlichen Eignungstest.

Und auch auf physischer und gesundheitlicher Ebene wird eine uneingeschränkte Feuerwehrdiensttauglichkeit vorausgesetzt. Die körperlichen Voraussetzungen der Feuerwehr gestalten sich wie folgt:

  • Du musst sportlich aktiv, körperlich fit und gesund sein. Die regelmäßige Einnahme von Suchtmitteln jedweder Art ist ein Ausschlusskriterium bei der Feuerwehr.
  • Deine unkorrigierte Sehschärfe beträgt mindestens 50 Prozent auf jedem Auge. Dies kannst Du bereits vorab bei einem Augenarzt oder Optiker überprüfen lassen, um später unschöne Überraschungen zu vermeiden. Andernfalls wird dies bei der ärztlichen Untersuchung im Rahmen des Einstellungstests der Feuerwehr festgestellt werden.
  • Die amtsärztliche Untersuchung ergibt, dass Du uneingeschränkt feuerwehrdiensttauglich bist. Du musst dazu die Anforderungen der G 26 Untersuchung erfüllen. Außerdem liegst Du mit Deinem Körpergewicht in einem zulässigen Bereich des Körper-Masse-Index (BMI) zwischen 18 und 27,5 kg/m².

Voraussetzungen für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst

Schwebt Dir eine Bewerbung zum Brandmeisteranwärter vor, hast Du in Berlin und einigen anderen Bundesländern zwei Möglichkeiten. Du kannst Dich zum einen auf herkömmlichem Wege für den mittleren Dienst qualifizieren oder Du wählst die Variante einer Stufenausbildung. Die beiden Ausbildungen unterscheiden sich sowohl in ihrem Verlauf, aber auch in den Voraussetzungen für die Feuerwehr Ausbildung.

Hast Du…

  • … einen mittleren Schulabschluss und keine abgeschlossene Berufsausbildung und…
  • … ein Mindestalter von 16 ½ Jahren erreicht und bist höchstens 35 Jahre alt, hast also das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet…

…dann erfüllst Du die Berufsfeuerwehr-Anforderungen für die Stufenausbildung in Berlin.

In diesem Fall kannst Du Deine Bewerbung für die Feuerwehr abschicken und vielleicht schon bald eine 36-monatige Ausbildung absolvieren. Hierfür musst Du auch noch nicht im Besitz eines Führerscheines sein, diesen kannst Du auf eigene Kosten während Deiner Ausbildung erwerben.

Entscheidest Du Dich für den klassischen Einstieg und eine 18-monatige Ausbildung, sehen die Voraussetzungen so aus:

  • Du hast mindestens einen Abschluss der 9. Klasse der Hauptschule oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand.
  • Außerdem hast Du eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder eine Berufsausbildung an einer technischen Fachschule oder Fachoberschule.
  • Du bist bei der Einstellung mindestens 18 Jahre und höchstens 35 Jahre alt, hast also das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Die Voraussetzungen im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst

Zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen für die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr kommen noch einige weitere Anforderungen, wenn Du Dich für den gehobenen Dienst bewerben möchtest.

  • Du musst bereits über ein abgeschlossenes Studium verfügen. Anerkannt werden dabei folgende Abschlüsse:
    • Abschluss eines Studiums in einer für die Verwendung in der Laufbahn geeigneten Fachrichtung mit der Diplomprüfung an einer Fachhochschule.
    • Bachelorabschluss nach einem mindestens dreijährigen Bachelorstudium an einer Universität oder Fachhochschule.
    • Diplomabschluss an einer Universität in einer für die Verwendung für die Laufbahn geeigneten Fachrichtung.
    • Masterabschluss in einer für die Verwendung für die Laufbahn geeigneten Fachrichtung.
    • Alternativ kannst Du die Laufbahn auch einschlagen, wenn Du über einen Diplomabschluss an einer Fachhochschule oder Universität, einen Bachelorabschluss in einem mindestens dreijährigen Bachelorstudiengang oder einen Masterabschluss in einer sonstigen Fachrichtung verfügst. In diesem Fall musst Du aber im Besitz einer für die Verwendung in der Laufbahn förderliche Zusatzqualifikation sein. In diesem speziellen Fall beraten Dich die Personalbeauftragten der jeweiligen Feuerwehr gern direkt.
  • Außerdem bist Du höchstens 35 Jahre alt, das heißt, Du hast das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Voraussetzungen im höheren Dienst der Feuerwehr

Willst Du ganz hoch hinaus, kannst Du Dich auch direkt für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst bewerben. Hier sind die Voraussetzungen, die Du als Feuerwehrmann erfüllen musst, natürlich besonders hoch. Neben der allgemeinen Feuerwehrdiensttauglichkeit zählen auch diese Faktoren:

  • Ein abgeschlossenes Studium ist auch hier Voraussetzung für eine Laufbahn im höheren feuerwehrtechnischen Dienst . Anerkannt sind dabei ein
    • Studium in einer für die Verwendung in der Laufbahn geeigneten Fachrichtung an einer Universität mit einer Hochschulprüfung (Diplom-Hauptprüfung, Master) oder einer ersten Staatsprüfung, sowie ein
    • Studium an einer Fachhochschule mit dem Masterabschluss in einem Studiengang, der in einem Akkreditierungsverfahren als für den höheren Dienst geeignet eingestuft wurde.
  • Darüber hinaus besitzt Du das deutsche Sportabzeichen der Kategorie Silber. Dieses darf jedoch nicht älter als ein Jahr sein.
  • Außerdem hast Du das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet, bist also nicht älter als 39 Jahre.

 

Die Bewerbung bei der Feuerwehr

die voraussetzung und bewerbung der feuerwehrErfüllst Du alle Voraussetzungen für die Ausbildung bei der Feuerwehr? Dann geht es jetzt ab an die Bewerbung!

Wie in den meisten anderen Branchen auch, füllst Du in der Regel online eine Bewerbung für die Feuerwehr aus. Hier wird zunächst nach Deinen persönlichen Angaben gefragt werden – halte also Deine Daten zu Größe und Gewicht, aber auch zu Deinen schulischen und beruflichen Werdegang bereit.

Die richtigen Dokumente Online Portal einreichen

Darüber hinaus musst Du in dem Fall der Online-Bewerbung als Feuerwehrmann auch all Deine wichtigen Dokumente digitalisiert haben. Falls Du also keinen Scanner besitzt, solltest Du dies vorher in einem Copyshop oder mit einer entsprechend App (ScanBot) erledigt haben. Zur Übersicht haben wir Dir hier nochmal eine Liste der Dokumente erstellt, die Du in der Regel bei Deiner Bewerbung bei der Berufsfeuerwehr mitsenden musst.

Jede Feuerwehrbewerbung erfordert dabei:

  • Deinen Personalausweis (beidseitig),
  • Dein Deutsches Schwimmabzeichen der Klasse Silber (nicht älter als zwei Jahre),
  • Dein Zeugnis über den höchsten erreichten Schulabschluss.

Deinem Bewerbungsschreiben für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst muss beiliegen:

  • Dein Prüfungszeugnis / Gesellenbrief mit Abschlussnote,
  • Dein Führerschein (beidseitig),
  • Ein Auszug aus dem Fahreignungsregister, das Auskunft über Deinen Punktestand in Flensburg gibt.

Möchtest Du Dich für eine Stufenausbildung bewerben, entfallen diese Dokumente bei Deiner Bewerbung bei der Berufsfeuerwehr natürlich.

  • Für den gehobenen bzw. höheren feuerwehrtechnischen Dienst muss zusätzlich ein Nachweis über dein Studienabschluss vorliegen.
  • Außerdem musst Du Deiner Bewerbung für den höheren Dienst eine Kopie Deines Sportabzeichens anhängen.

Das Bewerbungsschreiben für die Feuerwehr

Vor diesem Teil der Bewerbung haben viele zukünftige Feuerwehrleute großen Respekt. Das muss aber gar nicht sein, denn mit ein paar wenigen Kniffen und Tricks ist es ganz leicht, ein überzeugendes Bewerbungsschreiben zu erstellen. Im Folgenden möchten wir Dir daher einige Tipps mit auf den Weg geben.

  1. Lass Dich inspirieren, bevor es losgeht.

Vermutlich hast Du in Deinem Leben noch nicht so viele Bewerbungsschreiben für die Berufsfeuerwehr geschrieben – das macht aber gar nichts! Im Komplettpaket XXL findest Du eine Musterbewerbungen für die Feuerwehr. Schau Dir ruhig einige an und notiere Dir, was Dir an ihnen gefällt, um es später vielleicht auch in Deinem Anschreiben umzusetzen.

2. Informiere Dich genau.

Lies die Stellenausschreibung gründlich und hole Dir darüber hinaus auch noch einige Informationen über die Feuerwehr Deines Bundeslandes ein. Dies kannst Du am besten auf der jeweiligen Internetseite machen, aber auch Veranstaltungen, wie der Tag der offenen Tür können Dir hierbei behilflich sein. Einen guten Eindruck hinterlässt es zum Beispiel, wenn Du den Namen Deines Ansprechpartner bzw. Deiner Ansprechpartnerin kennst und das Bewerbungsschreiben für den Feuerwehrdienst direkt an ihn oder sie adressierst. Erst, wenn Du bestens vorbereitet bist und genau weißt, worauf Du Dich bewirbst, kannst Du mit dem Schreiben beginnen.

3. Sei individuell!

Natürlich hast Du im Internet ganz hervorragende Musterbewerbungen für die Berufsfeuerwehr und auch grandiose Vorlagen für die Bewerbung zum Feuerwehrmann gefunden, diese solltest Du aber auf gar keinen Fall kopieren. Zum einen kennen auch viele Personalverantwortliche diese Bewerbungs-Vorlagen und würden Deine Kopie sofort durchschauen. Zum anderen ist diese Bewerbungsvorlage absolut nicht auf Dich zugeschnitten. Du darfst Dir als gerne Ideen einholen und gute Formulierungen übernehmen – komplette Bewerbungsschreiben für die Berufsfeuerwehr zu kopieren ist jedoch ein Tabu.

4. Kenne Deine Stärken.

Notiere Dir, bevor Du Dich ans Schreiben der Bewerbung für die Feuerwehr setzt, was Du besonders gut kannst. Frage Dich dabei aber auch, ob deine Fähigkeit relevant für die Tätigkeit als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau ist. Wenn Du tolle Torten backen kannst, ist das sicherlich großartig für Deine Freunde und Familie, führt aber nicht zu besseren Einstellungschancen bei der Feuerwehr.

5. Verfasse ein tolles Bewerbungsschreiben für die Feuerwehr

Hast Du Dich ausreichend vorbereitet, kannst Du nun mit dem Schreibprozess beginnen. Versetze Dich dabei in die Sicht des Personalverantwortlichen. Vergleiche Deine Stärken mit den Anforderungen des Jobs und gehe in Deinem Bewerbungsschreiben explizit darauf ein, weshalb Du diesen Anforderungen gewachsen und damit ideal für die Position bist. Widerstehe dabei der Versuchung, einen Roman zu schreiben. Länger als eine DIN-A4-Seite muss Dein Anschreiben nicht werden. Kurz und knackig ist immer besser als lang und ausgedehnt.

6. Sei ehrlich.

Versuche dabei jedoch nicht, Deine Qualifikationen zu schönen, sondern erkläre realistisch, weshalb Du alle Feuerwehr-Einstellungsvoraussetzungen erfüllst. Gehe dabei gern auch auf Deine persönliche Motivation ein. Dadurch wirkst Du glaubwürdig!

7. Achte auf Höflichkeit.

Hast Du die persönliche Anrede stets großgeschrieben? Leitest Du Dein Anschreiben der Bewerbung höflich ein und schließt Du mit einer netten Grußformel ab? Es mag Dir kleinkariert vorkommen, aber Personaler legen großen Wert auf so etwas!

8. Gestalte Dein Bewerbungsscheiben zum Feuerwehrmann ansprechend.

Auch das Layout spielt bei einem solchen Anschreiben eine große Rolle. Hier kannst Du Dich an folgenden Kriterien orientieren:

  • Wähle keine zu ausgefallene Schriftart. Arial oder Times New Roman eignen sich hervorragend.
  • Mit Schriftgröße 12 gehst Du auf Nummer sicher. Die Standardschriftgröße sorgt dafür, dass Dein Anschreiben gut lesbar ist.
  • Wähle angemessene Seitenränder. Wir empfehlen Dir mindestens 24,1 mm links, 8,1 mm rechts und oben sowie unten 16,1 mm.
  • Darüber hinaus ist es ratsam, seine Bewerbung zu gliedern. Eine saubere Trennung von Einleitung, Hauptteil und Schluss sieht ordentlich aus und erhält die Lesbarkeit zusätzlich.

9. Achte auf Formalitäten.

Selbst dann, wenn Du Dein Anschreiben online einreichst, solltest Du nicht auf die klassischen Formalien verzichten. Platziere sowohl Deine Anschrift als auch die der Feuerwehr korrekt. Vergiss auch das Datum nicht! Falls Du Dir unsicher dabei bist, schau noch mal in einem geeigneten Bewerbungsmuster nach.

10. Überstürze nichts!

Natürlich möchtest Du das Schreiben am Liebsten sofort abschicken. Manchmal ist es aber hilfreich, noch eine Nacht über den Text zu schlafen. Am nächsten Tag siehst Du ihn oft mit ganz anderen Augen und plötzlich fallen Dir noch viel passendere Formulierungen ein. Überprüfe auf jeden Fall auch Deine Rechtschreibung. Dies kannst Du heutzutage sogar von praktischen Onlinetools erledigen lassen. Vielleicht lässt Du aber auch noch mal einen Freund oder eine Freundin drüberlesen.

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