Flughafenfeuerwehr

Bei einer Flughafenfeuerwehr herrscht das ganze Jahr über ein reges Treiben, der Flugverkehr läuft rund um die Uhr und es befinden sich häufig mehrere Zehntausend Menschen gleichzeitig vor Ort. Millionen Menschen starten und landen hier jährlich. Keiner anderen Verkehrsdrehscheibe wird eine solch enorme Bedeutung beigemessen. Um bei so vielen Fluggästen und Angestellten für eine optimale Sicherheit zu sorgen, besitzen in der Regel alle Flughäfen eine eigene Flughafenfeuerwehr, die neben dem klassischen Brandschutz am Flughafen eine Reihe anderer, spannender Aufgaben übernimmt. Wenn du also eine besondere Herausforderung suchst und vielleicht schon eine Begeisterung für die Luftfahrt mitbringst, solltest Du dir den Job bei einer Flughafen Feuerwehr nicht entgehen lassen!

Was macht den Beruf bei der Flughafenfeuerwehr so besonders?

Der Unterschied zu anderen Betriebs- oder Werkfeuerwehren liegt klar auf der Hand, wobei eine Flughafen Feuerwehr eindeutig in die zweite Kategorie einzuordnen ist. Der tägliche Umgang mit Flugzeugen erfordert jede Menge fachspezifisches Wissen und Erfahrung. Die Flieger sind hochkomplex und bergen ein hohes Gefahrenpotenzial. Um für verschiedenste Unfallszenarien gewappnet zu sein, wird die Feuerwehr am Flughafen auf diese speziellen Vorkommnisse ausgebildet. Welche brenzligen Situationen Dich auf einem Flugplatz bei der Feuerwehr erwarten können, solltest Du dir daher im Vorfeld klar machen.

Flughafenfeuerwehr im Einsatz

Flughafenfeuerwehr

So ist es zum Beispiel bei einer Notlandung die Aufgabe der Flughafenfeuerwehr, einen Schaumteppich aufzutragen. Dieser verhindert einen Brand durch die enorme Reibung, die bei so einer Landung entsteht und die den Treibstoff entzünden könnte. Auch das Abkommen eines Flugzeugs von der Landebahn bedeutet Arbeit für die Feuerwehr des Flughafens. Das Landefeld muss in kürzester Zeit wieder freigeräumt und die Maschine von der Bahn entfernt werden, damit es nicht zu Verzögerungen im Flugverkehr kommt.

Während andere Feuerwehren Autos und LKW bergen, kommen bei einer Flughafenfeuerwehr ganz andere Dimensionen auf Dich zu. Natürlich gehört aber auch die Brandprävention in und um die großen Gebäude zu Deinem Aufgabenfeld. Laut Vorschrift muss der Standort der Feuerwehr so gewählt sein, dass der entfernteste Punkt des Areals innerhalb von 3 Minuten erreichbar ist. Schnelligkeit und Reaktionsgeschwindigkeit spielen hier also eine besonders große Rolle für den Brandschutz und die Sicherheit. Auch die medizinische Erstversorgung gehört zu den Aufgaben eines Feuerwehrmannes oder einer Feuerwehrfrau, sollte es doch einmal zu Unfällen kommen.

Feuerwehrangehörige sind zudem in ihrem Job stärker belastet als andere Berufsgruppen und zusätzlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, ihren Beruf aufgrund mangelnder Atemschutztauglichkeit nicht mehr ausüben zu können. Aus diesem Grund setzen sich Gewerkschaften insbesondere für Maßnahmen zu gesundheitsfördernden Verhaltensweisen ein. Das Angebot an Seminaren und Sportkursen soll hier in Zukunft flächendeckend ausgebaut werden.

Wie gestaltet sich der Flughafen-Alltag?

Im Regelfall ist die Arbeitszeit bei der Flughafenfeuerwehr im Schichtdienst organisiert. Dabei kann es zwischen 8, 12 und 24 Stundendiensten variieren. Das bedeutet, dass auch Nachtarbeit einen nicht zu unterschätzenden Bestandteil des Berufslebens darstellt. Zudem ist das Tragen einer Uniform Pflicht. Täglich erwarten Dich neue, unvorhersehbare Herausforderungen – von brennenden Mülleimern über defekte Fahrstühle bis hin zu Flugzeugunfällen solltest Du auf alles vorbereitet sein.

Zweifellos ein aufregender Beruf, in dem Dich jede Menge Verantwortung und ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag erwartet.

Wie sieht die Ausbildung bei einer Flughafenfeuerwehr aus?

Hast du die erste Hürde des Einstellungstests genommen, folgt darauf eine dreijährige duale Ausbildung am Flughafen bei der Feuerwehr und in einer Berufsschule. Nicht jeder Flughafen bietet dabei direkt vor Ort alle in der Ausbildung vorgesehenen Bestandteile an. Unter Umständen erhältst Du dein praxisnahes Training für einen begrenzten Zeitraum an einem größeren Flughafen, der dieses Ausbildungsangebot abdeckt. Ebenso kann es sein, dass der theoretische Teil an einer nicht in der unmittelbaren Umgebung liegenden Einrichtung abgehalten wird. Das kann somit bedeuten, dass Du deinen ursprünglichen Wohnort für die Dauer des jeweiligen Ausbildungsabschnitts verlassen musst. Häufig werden Dir von deinem Ausbildungsbetrieb an den jeweiligen Ausbildungsorten jedoch Unterkünfte gestellt, sodass Du dich nicht um eine Wohnung zu kümmern brauchst.

Die Lehre teilt sich schließlich in zwei gleich lange Abschnitte, die direkt aufeinander folgen. Im ersten, achtzehnmonatigen Abschnitt werden Dir die für den Feuerwehrdienst relevanten handwerklichen Fertigkeiten wie Metall- und Holzbearbeitung, Elektrotechnik sowie Schweißarbeiten vermittelt. Außerdem legst du das Deutsche Sportabzeichen ab.

In den nächsten 18 Monaten erhältst Du die feuerwehrtechnische Ausbildung mit Fokus auf die spezielle Situation am Flughafen. Neben der Feuerwehrgrundausbildung gehören zu diesem Abschnitt auch Elemente wie die Atemschutz- oder die Rettungssanitäterausbildung. Zusätzlich erwirbst Du im Rahmen deiner Flughafenfeuerwehr Ausbildung die Fahrerlaubnis der Klasse C. Da es besonders wichtig ist, dass jeder Feuerwehrmann jedes Löschfahrzeug bedienen kann, wirst Du hier nicht nur mit dem Fahren, sondern auch mit der Technik der massiven Maschinen vertraut gemacht. Am Ende der Ausbildung bist Du nicht nur fit in Sachen Löschwasserversogung & Co, sondern auch im Hinblick auf das ausgetüftelte Betriebssystem eines Bordcomputers.

Was erwartet mich bei der Flughafenfeuerwehr für ein Gehalt?

Der Verdienst bei einer Flughafenfeuerwehr hängt unter anderem von Deinem Dienstgrad und deiner Erfahrung ab. Während Du im ersten Lehrjahr deiner Ausbildung im Schnitt mit einem Gehalt von ca. 920 Euro brutto rechnen kannst, bekommst du im dritten Ausbildungsjahr durchschnittlich 1050 Euro. Nach abgeschlossener Berufsausbildung regelt ein Tarifvertrag Dein Einkommen. Hier kann dein Bruttoverdienst bei 2000 Euro liegen, bei entsprechender Weiterbildung und dem damit verbundenen Aufstieg kann auch eine Summe von 4500 Euro erreicht werden. Um die Karriereleiter bei der Feuerwehr zu erklimmen, ist es ratsam regelmäßig an Seminaren zur Fortbildung teilzunehmen. Diese erweitern nicht nur den Kompetenzbereich und bereiten auf etwaige Führungsaufgaben vor, sondern gewährleisten auch, dass Dein technisches Wissen stets auf dem neusten Stand ist.

Wie kann ich eine Ausbildung am Flughafen beginnen?

Einige Flughafenfeuerwehren sind, wie andere Werkfeuerwehren auch, als Ausbildungsbetrieb anerkannt. Entscheidest Du dich für eine Lehre bei einem solchen Betrieb, kommt ein intensiver und schwieriger Bewerbungsprozess auf Dich zu. Neben der schriftlichen Bewerbung bei der Flughafenfeuerwehr musst Du auch deine körperlichen und geistigen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der Einstellungstest bei der Flughafenfeuerwehr gilt als besonders hart und ist ohne eine gründliche Vorbereitung eine echte Herausforderung. Plane mindestens acht Wochen ein, um Dich für die Aufgaben fit zu machen.

Darüber hinaus gibt es bei den Flughafenfeuerwehren einige Voraussetzungen, die Du mitbringen solltest. Je nach Betrieb variieren diese leicht, ähneln sich aber in den Grundzügen. So solltest Du zum Beispiel einen Realschul- oder vergleichbaren Abschluss erworben haben, sowie an den Fächern Mathe, Physik und Technik und Sport interessiert sein. Das Mindestalter bei Ausbildungsbeginn beträgt 18 Jahre und einen Führerschein der Klasse B solltest Du auch schon in der Tasche haben.

Schwindelfreiheit und Bereitschaft zum Arbeiten in der Höhe sind unabdingbar. Auch handwerkliches Geschick wird von Dir abverlangt, da Du später auch Schweiß- und Holzarbeiten übernehmen wirst. Wenn Du bereits eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf absolviert hast, wird Dir das zusätzliche Pluspunkte einbringen. Vor allem zählt aber, dass Du auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kannst. Im Notfall zählt oft jede Sekunde, daher solltest Du auch unter Druck und Anspannung unbedingt den Durchblick behalten!

Schnell unterwegs: Einsatzfahrzeuge bei der Flughafenfeuerwehr

Besondere Aufgaben erfordern besondere Maßnahmen und so stehen der Flughafenfeuerwehr einige Fahrzeuge mit beeindruckenden Merkmalen zur Verfügung. Diese Flughafenfeuerwehrfahrzeuge bringen oft eine enorm hohe Motorleistung mit, um auch trotz der außerordentlich hohen Beladung schnelle Geschwindigkeiten erreichen zu können. Nicht selten erreichen die Feuerwehrautos am Flughafen ein Gesamtgewicht von rund 40 Tonnen, da sie bis zu 12.000 Liter Löschwasser mit sich führen. In Deiner Ausbildung wirst Du bestens darauf vorbereitet, auf dem Gelände des Flughafens mit den Feuerwehrfahrzeugen sicher umgehen zu können.

Das wohl bekannteste Modell der Flughafenfeuerwehr ist der Panther. Das Großflughafenlöschfahrzeug zeichnet sich durch seine besondere Leichtigkeit und Stabilität aus. Ein weiters Augenmerkmal des Flughafen Feuerwehr Panthers ist die vollverglaste Fahrerkabine. des Mit 500 bis 1260 PS beschleunigt das Kraftpaket in 25 Sekunden von 0 auf 80 km/h. Diese Leistung ermöglicht es den Einsatzkräften innerhalb kürzester Zeit vom Standpunkt der Feuerwehr zum Flugzeug oder anderen Unfallorten zu gelangen.

An dieser Stelle bitte nicht mit einem Feuerwehr Flugzeug verwechseln. Dieses wurde einzig und allein dazu konzipiert, die Löschmaßnahmen aus der Luft vorzunehmen. Auch in Deutschland kommen einige dieser außergewöhnlichen Branbekämpfungsflugzeuge zum Einsatz. Allerdings beherbergt nicht jeder Flugplatz eine solche Maschine. In unseren Breiten werden die Flugzeuge der Feuerwehr vornehmlich zur Waldbrandbeobachtung und Waldbrandbekämpfung eingesetzt. Der Feuerwehr-Flugdienst unterliegt dem Landesfeuerwehrverband.

Darüber hinaus umfasst der Fuhrpark des Flughafens und der Feuerwehr noch einige weitere Fahrzeuge wie Rüstlöschfahrzeuge bzw. Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge und auch Einsatzleitwagen. Diese Modelle sind in ihrer Ausstattung ebenfalls an die spezifischen Bedingungen eines Flughafens angepasst. Dabei gelten auch auf einem Flughafengelände Verkehrsregeln. Die wichtigste lautet dabei: Flugzeuge haben immer Vorfahrt. Nicht selten weicht übrigens auch die Dienstuniform von der anderer Werkfeuerwehren ab, da sie im Ernstfall extrem hohen Temperaturen standhalten muss.

Wie finde ich einen Job bei einer Flughafenfeuerwehr?

Wenn Dich die spannenden Aufgaben reizen und Du Interesse daran hast, an einem Flughafen bei der Feuerwehr eine Ausbildung zu beginnen. Hast Du im Internet die Möglichkeit Dich ganz leicht über Stellenangebote zu informieren. Auf der Homepage des jeweiligen Flughafens inserieren auch die Flughafenfeuerwehren ihre Jobs. Mit der zunehmenden Globalisierung und Vernetzung der Welt, steigen auch die Passagierzahlen an den Flughäfen stetig. Für die Flughafenfeuerwehren bedeutet das: personell aufstocken! Deine Zukunftschancen auf einen sicheren Beruf stehen also nicht schlecht. Welche Orte in Deiner Nähe oder rund um deinen Wunschort einen Flughafen führen, deren Flughafenfeuerwehr Stellenangebote für Dich bereit hält, kannst Du der nachfolgenden Liste entnehmen.

Du bist überzeugt und willst zur Flughafen Feuerwehr – dann bereite Dich auf den Feuerwehr Einstellungstest vor.

 

Auflistung deutscher Flughafenfeuerwehren

* Bitte beachte, dass diese Liste keineswegs vollständig sein muss.
Berlin-Schönefeld • SXF • EDDB – Brandenburg
Berlin-Tegel • TXL • EDDT – Berlin
Berlin-Brandenburg • BER • EDDB – Berlin-Brandenburg
Braunschweig-Wolfsburg • BWE • EDVE – Niedersachsen
Bremen • BRE • EDDW – Bremen

Dortmund • DTM • EDLW – Nordrein Westfalen
Dresden • DRS • EDDC – Sachsen
Düsseldorf • DUS • EDDL – Nordrein Westfalen

Erfurt-Weimar • ERF • EDDE – Thüringen

Frankfurt am Main • FRA • EDDF – Hessen
Frankfurt-Hahn • HHN • EDFH – Rheinland Pfalz
Friedrichshafen • FDH • EDNY – Baden Württemberg

Hamburg • HAM • EDDH – Hamburg
Hannover-Langenhagen • HAJ • EDDV – Niedersachsen
Heringsdorf • HDF • EDAH – Mecklenburg Vorpommern

Ingolstadt-Manching • IGS • ETSI – Bayern

Karlsruher-Baden-Baden • FKB • EDSB – Baden Württemberg
Kassel-Calden • KSF • EDVK – Hessen
Kiel-Holtenau • KEL • EDHK – Schleswig Holstein
Köln-Bonn • CGN • EDDK – Nordrhein Westfalen

Rostock-Laage • RLG • ETNL – Mecklenburg Vorpommern

Lahr • LHA • EDTL – Baden Württemberg
Leipzig-Halle • LEJ • EDDP – Sachsen
Leipzig-Altnburg • AOC • EDAC – Thüringen
Lübeck-Blankensee • LBC • EDHL – Schleswig Holstein

Magdeburg • ZMG • EDBM – Sachsen Anhalt
Magdeburg-Cochstedt • CSO • EDBC – Sachsen Anhalt
Mannheim • MHG • EDFM – Baden Württemberg
Memmingen • FMM • EDJA – Bayern
München • MUC • EDDM – Bayern
Münster-Osnabrück • FMO • EDDG – Nordrhein Westfalen

Neubrandenburg • FNB • EDBN – Mecklenburg Vorpommern
Niederrhein-Weeze • NRN • EDLV – Nordrhein Westfalen
Nordholz • FCN • ETMN – Niedersachsen
Nürnberg • NUE • EDDN – Bayern

Oberpfaffenhofen • OBF • EDMO – Bayern

Paderborn-Lippstadt • PAD • EDLP – Nordrhein Westfalen

Saarbrücken • SCN • EDDR – Saarland
Schwerin-Parchim • SZW • EDOP – Mecklenburg Vorpommern
Siegerland • SGE • EDGS – Nordrhein Westfalen
Stralsund-Barth • BBH • EDBH – Mecklenburg Vorpommern
Stuttgart • STR • EDDS – Baden Württemberg
Sylt und hier • GWT • EDXW – Schleswig Holstein

Zweibrücken • ZQW • EDRZ – Rheinland Pfalz